Zahnimplantate, zahnärztliche Chirurgie oder MKG-chirurgischer Eingriff: Verhaltensmaßnahmen für Sie nach Operationen

Wir haben verschiedene Verhaltensregeln nach einem operativen Eingriff für Sie zusammengestellt.

  • Reaktionsfähigkeit:
    Die Reaktionsfähigkeit kann auch nach einer örtlichen Betäubung beeinflusst sein. Auf die aktive Teilnahme am Straßenverkehr sollten Sie am Tag der Operation verzichten. Bei Operationen unter Dämmerschlaf (Analgosedierung) oder Vollnarkose (Intubationsnarkose) dürfen Sie für 24 Stunden nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen. Am besten ist, Sie lassen sich von einer Begleitperson chauffieren.
  • Blutgerinnung:
    Damit sich ein stabiles Blutkoagel bilden kann, beißen Sie bitte locker für ungefähr 20-30 Minuten auf den eingelegten Tupfer. (Dieses Blutkoagel wandelt sich langfristig in Bindegewebe um, aus dem später neuer Knochen und Schleimhaut entsteht). Danach können Sie den Tupfer vorsichtig abnehmen. Sollte es zu einer Nachblutung kommen, beißen Sie erneut für 30 Minuten auf ein zusammengerolltes, sauberes Stofftaschentuch, das Sie zuvor angefeuchtet haben. Im Zweifelsfall rufen Sie bitte in der Praxis bzw. unter der Notfallnummer an um ärztlichen Rat zu erhalten. 
  • Kühlung:
    Das Operationsgebiet sollte nach dem Eingriff leicht gekühlt werden z.B. mit feuchten Umschlägen oder mit Kühlgelpackungen aus dem Kühlschrank, nicht aus dem Eisfach. Am wirksamsten ist kontinuierliches Kühlen. Halten Sie tagsüber den Kopf aufrecht. Lagern Sie nachts Ihren Kopf höher als den Körper und schlafen Sie nicht auf der operierten Seite.
  • Wärme:
    Wärme wirkt sich ungünstig auf den Heilverlauf aus und kann zu Schmerzen führen. Meiden Sie daher Sonne und sehen Sie von Saunabesuchen ab.
  • Sport:
    Bitte vermeiden sie körperliche Anstrengungen und das Heben von schweren Gewichten bis zum Ende der Wundheilung. Spaziergänge an der frischen Luft empfehlen wir Ihnen.
  • Essen und Trinken:
    Nach Eingriffen im Mund ist eine frische Wunde vorhanden, die es vor unnötiger Belastung zu schützen gilt. Es besteht die Gefahr des frühzeitigen Aufreißens der Wunde bei zu früher mechanischer Beanspruchung. Trinken ist schon bald nach der Operation möglich. Vermeiden Sie heiße Getränke. Essen Sie bitte erst, wenn die örtliche Betäubung ganz nachgelassen hat, damit Sie sich nicht auf die Zunge oder in die Wange beißen.
    Wir empfehlen Ihnen weiche, breiige Kost (z. B. Kartoffelpüree, Suppen). 
  • Reizstoffe:
    Reizstoffe verursachen Komplikationen. Daher ist konsequenter Verzicht notwendig. Meiden Sie Alkohol, Kaffee, schwarzen Tee und Nikotin ab Operationstag bis zum Abschluss der Wundheilung.
  • Zahnpflege:
    Das Zähneputzen sollte wie gewohnt bereits am Abend nach dem Eingriff stattfinden, wobei Sie bitte das operierte Gebiet aussparen. Unterstützend empfehlen wir bis zum Entfernen der Fäden antiseptische Spülungen mit Chlorhexidin (nicht bei Kindern oder trockenen Alkoholikern) aus der Apotheke. Sie sollte 3x täglich für drei Minuten einwirken. Starkes Umspülen oder eine Munddusche können eine Nachblutung provozieren und sollten unterbleiben.
  • Kieferhöhle:
    Wenn bei Ihnen ein Eingriff an der Kieferhöhle durchgeführt wurde oder diese eröffnet wurde, so besteht Schneuzverbot für vier Wochen. Die Wunde würde andernfalls dem Luftdruck nicht standhalten können und aufreißen, was zu einer Kieferhöhlenentzündung führen kann. Blutiger Ausfluss aus der Nase ist normal.
    Deshalb: Beim Niesen bitte den Druck durch den offenen Mund entweichen lassen. Sollte die Nase laufen, bitte nur mit einem Taschentuch das Sekret aufnehmen. Nutzen Sie bitte für 10 Tage konsequent Nasentropfen.
  • Schwellung und Schmerzen:
    Eine leichte, teigige Schwellung ist nach dem Eingriff eine normale Reaktion des Gewebes auf den Eingriff. Diese nimmt in den ersten drei Tagen zu und sollte dann über einen Zeitraum von einer Woche zurückgehen. Leichte Schmerzen dürfen auftreten, und sollten durch die Einnahme der empfohlenen Schmerzmittel gelindert werden. 
  • Medikamente:
    Halten Sie sich bitte an die angegebene Dosierung der verschriebenen oder empfohlenen Medikamente. Bitte nehmen Sie keine Schmerzmittel, in denen der Wirkstoff Acetylsalicylsäure enthalten ist. Dieser ist in Präparaten wie Aspirin®, Thomapyrin® oder Dolomo TN® enthalten und kann eine Nachblutung auslösen. Antibiotika (z. B. Penicillin) nehmen Sie bitte, falls verordnet, entsprechend der Empfehlung regelmäßig und mehrere Tage ein. Falls Sie Unverträglichkeiten haben, so  besprechen wir dies vorab und finden dann alternative Lösungen.